Raus aus der “Comfort-Zone” und ab in die Kälte!

Kälte hat überraschende Vorteile für die Gesundheit. Sie stärkt unsere Abwehrkraft, kann Schmerzen wegfrieren, Leben retten und sogar glücklich machen. Kalte Temperaturen sind essentiell für unsere Gesundheit.
Wie gehen die modernen Menschen jedoch mit diesem uralten Wissen um? Wir haben Kälte aus unserem Leben fast komplett verbannt und es uns in einer thermoneutralen Komfortzone richtig bequem gemacht. Perfekt angepasste, warme Kleidung, gut beheizte Wohnungen, Einkaufen bei heimeligen Temperaturen im Kaufhaus und Supermarkt, Klimaanlage im Auto mit Sitzheizung inklusive – wir scheinen die Kälte zu fürchten wie der Teufel das Weihwasser.

Auf 22 Grad Celsius temperierte Kultur des Wohlstands

Wohl noch nie in der Menschheitsgeschichte hat es eine solche, auf runde 22 Grad Celsius temperierte Kultur des Wohlstands im Sinne eines körperlichen, emotionalen und mentalen Komforts gegeben.
Ein beständiger Wechsel zwischen Warm- und Kaltreizen war noch vor nicht allzu langer Zeit ein ständiger Begleiter des Menschen. Reiz und Gegenreiz trainierte Gefäße und Muskeln, was unserem Abwehrsystem guttat und zur Anpassung auf einer höheren Ebene führte. Heute dagegen kommt das Immunsystem wegen des Mangels an Kälte mit Temperaturschwankungen nur schwer zurecht. Wir erkälten uns in schöner Regelmäßigkeit, obwohl Kälte – richtig als Maßnahme zur allmählichen Abhärtung eingesetzt – eigentlich die Lösung wäre, grippale Infekte zu verhindern.

Raus aus der „Comfort-Zone“!

Auch gerade angesichts der Erwärmung des Weltklimas sind wir aufgerufen, die Regelfähigkeit des Körpers wieder zu trainieren und uns aus der thermoneutralen Komfortzone herauszubewegen, etwa nach dem Motto: Komm fort aus dem Komfort! Wir brauchen Herausforderungen, wie schon die Grundprinzipien der Naturheilkunde vorgeben. Was mich nicht umbringt, macht mich härter – das ist die Marschrichtung, die uns die Hormesis (griech. Anstoß, Anregung) anzeigt. Stillstand ist nicht das Prinzip des Lebens. Da passt der paradox klingende Satz, der dem Schweizer Psychiater C. G. Jung zugeschrieben wird, nämlich „dass noch so manchem ein ordentliches Leid viel Therapie erspart hat“.

Starkes Immunsystem in Krisenzeiten

Im Spannungsfeld zwischen Kälte und Wärme kann unser Immunsystem beständig wachsen, was vor allem auch in Krisenzeiten mit großen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen wie heute ein unschätzbarer Wert sein kann. Wer das Prinzip von „Reiz-Reaktion-Anpassung“ der traditionellen Volksmedizin versteht und tief in sich aufnimmt, ist wohl für alle Widrigkeiten des Lebens gerüstet.

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